Nachhaltige Gartenlust
Nachhaltige Gartenlust
Nachhaltige Gartenlust

Nachhaltige Gartenlust

Was kommt, was bleibt und wovon verabschiedet man sich im Garten allmählich? Der Gartengestalter Team Petrik Gärtner von Eden aus Oberwiera, gibt Auskunft über die Trends für das Gartenjahr 2019.

Die Beliebtheit von Gartenarbeit als Freizeitbeschäftigung hat stark abgenommen, wie aktuelle Zahlen des Branchenverbands IVG (Industrieverband Garten) belegen. Das heißt aber nicht, dass die Menschen Gärten nicht mehr mögen – im Gegenteil! Einen Garten zu haben, liegt nach wie vor im Trend, der dahinterstehende Wunsch, sich der Natur wieder näher fühlen zu können, ist ungebrochen. Allerdings wird diese Rückbesinnung auf die Natur zeittypisch interpretiert: „Der Garten soll Erlebnis- und Entspannungsraum, nicht Arbeitsort sein“, fasst es Team Petrik zusammen. Der Gartengestalter gehört mit seinem Betrieb in Oberwiera zu den Gärtnern von Eden, einer Genossenschaft, in der sich rund 50 Top-Gartengestalter zusammengeschlossen haben mit dem Ziel, Gartenbesitzern ihre individuellen Gartenparadiese auf den Leib zu schneidern.

Leben unter freiem Himmel
Die generell ungebrochene Liebe zum Garten führt dazu, dass kräftig in seine Ausstattung investiert wird. Man will hier so viel Zeit wie möglich verbringen und es sich dabei möglichst schön machen. „Ganz oben auf der Liste der Ausstattungsgüter für den Garten dürfte 2019 – wie auch schon in den vergangenen Jahren – der Grill inklusive Zubehör stehen“, ist sich Team Petrik sicher. Wer den Wunsch nach einem gut ausgestatteten Lebensraum unter freiem Himmel auf die Spitze treibt, stellt sich nicht einfach einen Grill in den Garten, sondern integriert diesen in eine Outdoorküche. „Die gibt es in immer neuen Varianten von kompakt und mobil bis zur individuellen Einzelanfertigung, aus Edelstahl, Beton, Aluminium, Holz oder Naturstein.“

Ebenfalls zum Draußen-leben-wollen-Trend passen Gartenmöbel, die mehr und mehr nach Wohnzimmersofaecke aussehen und mit ihren schnell trocknenden und witterungsbeständigen Polstern ohne viel Aufwand auch nach einem Regenschauer fast sofort wieder einsatzbereit sind. Dazu passt eine weitere Produktkategorie, die Petriks verstärkt auf Messen aufgefallen ist: „Leuchten, die in jedem Wohnzimmer eine gute Figur machen würden und oft nicht nur stimmungsvolles Licht, sondern auch noch wohlige Wärme verbreiten.“ Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Mach’s dir draußen gemütlich – und das so lange wie möglich, egal, ob es dunkel oder kühl wird.

Mehr Natur im Blick
Neben immer mehr Heimeligkeit für den Menschen sollen es auch andere Lebewesen wieder schöner finden im Garten: Insekten und Kleinsäuger. „Generell ist ein wachsendes Bewusstsein dafür zu beobachten, dass ein Garten nicht nur Lebensraum für den Menschen ist, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Umwelt- und Artenschutz“, freut sich der Experte. „Deshalb wird wieder tierfreundlicher gegärtnert. Einheimische Pflanzen, die ein reiches Angebot an Nektar und Pollen liefern, kleinere und größere Wasserstellen als Brutstätte und Tränke, weniger Aufräumen im Herbst, um Insekten und auch Säugetieren ein Winterquartier zu bieten: All das sind Maßnahmen, um einen Garten tierfreundlicher zu machen.“

Ein Thema, das Gartenbesitzer wie Gartengestalter in den kommenden Jahren definitiv beschäftigen wird, ist die Anpassung der Gärten an das sich verändernde Klima. „Das Bewusstsein dafür entwickelt sich erst allmählich, doch der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden“, ist Team Petrik überzeugt. Auch wenn der Sommer 2018 zunächst eine Ausnahme bleiben sollte, steht schon länger fest: Die Wetterextreme nehmen zu. Starkregen, lange Trockenperioden, Stürme kehren regelmäßig wieder. Deshalb rät der Experte: „Die Gärten darauf vorbereiten, etwa mit drainierten Rasenflächen, um Staunässe zu vermeiden, automatischen Bewässerungsanlagen gegen die Trockenheit – aber vor allem mit der Auswahl von Pflanzen, die auch unter derartigen Bedingungen gedeihen.“

Abkühlung tut not
Nicht erst eine Reaktion auf den Jahrhundertsommer ist die zunehmende Lust von Gartenbesitzern an der eigenen Badegelegenheit. Besonders hoch im Kurs stehen solche mit natürlich aufbereitetem Wasser, also Schwimmteiche und vor allem Biopools. Definitiv ein Trend, der aber hoffentlich bald wieder verschwindet: Aufstellpools. Die bieten zwar Abkühlung auf kleinem Raum und sind für kleines Geld zu haben, sind aber hygienisch nicht unbedenklich, und optisch tun sie keinem Garten gut.

Und noch einen ästhetischen Fauxpas macht der Gartengestalter immer häufiger aus: die Verschotterung von Vorgärten. Hier hofft nicht nur er auf eine baldige Trendumkehr – auch aus klimatischen Gründen und im Sinne der Artenvielfalt.

Pflanzen zurück in den Garten
Lebensräume schaffen, Abkehr vom Schotter, natürliche Klimatisierung: Es gibt viele gute Gründe, warum es 2019 definitiv heißen sollte: mehr Mut zur Pflanze! Und die gute Nachricht ist dabei: Viel Pflanze bedeutet nicht automatisch auch viel Arbeit. „Im Gegenteil. Wer dicht und üppig pflanzt, hat schon bald keine Probleme mehr mit Unkraut“, bringt es der Gartengestalter auf den Punkt. „Außerdem gibt es zahllose Pflanzkombinationen, die mit wenig Pflegeaufwand viel hermachen, wie die an die Vegetation der Prärie angelehnte Kombination aus Stauden und Gräsern: Wenige Sorten, geschickt kombiniert und in Massen gepflanzt ergeben vom Frühling bis weit in den Herbst hinein sich wandelnde, aber immer attraktive Gartenbilder.“

Der Garten wird smart
Bei aller Rückbesinnung auf die Natur, gehört aber auch das Thema Technik eindeutig zu den aktuellen Gartentrends: Wie das Haus wird auch der Garten in den kommenden Jahren immer smarter, die Digitalisierung macht also an der Terrassentür nicht Halt. Bewässerung, Mähroboter, Gartensauna, Poolheizung und -abdeckung, Markise, Beleuchtung: Das alles und mehr ist schon jetzt per App steuerbar und wird zunehmend intelligenter, etwa, wenn Wetterdaten automatisch bei der Steuerung der Geräte einfließen.

Doch bei allen Trends bleibt der Garten das, was er ganz ursprünglich schon immer war: ein Platz, an dem der Mensch Mensch und der Natur ganz nah sein kann.

Bildquelle: Gärtner von Eden


Der nachhaltige Garten

Der nachhaltige Garten

Menschen lieben Gärten, und auch in diesem Jahr wird zwischen Terrassentür und Grundstücksgrenze wieder geplant, gegraben, gepfl anzt und gemäht, was das Zeug hält. Nie waren so viele Menschen so oft und so gern im Garten. Wie wundervoll, kann der Profi gärtner nur sagen! Aber dieses Phänomen ist auch ein Zeichen dafür, wie groß die Sehnsucht nach Naturnähe doch ist.

Der Garten ist der Gegenpol zum Digitalen und Globalisierten, der echte, mit Händen greifbare und selbst beeinfl ussbare Teil des eigenen Lebens...


Schöne Gärten für Herbst und Winter

Schöne Gärten für Herbst und Winter

Jetzt im Herbst geht der Garten noch einmal in die Vollen – sowohl in Sachen Schönheit als auch bei der Arbeit. Und all diejenigen, bei denen letztere überwiegt, können sich jetzt allenthalben inspirieren lassen, um ihren Garten zumindest für das kommende Jahr in ein herbstliches Paradies zu verwandeln. Wie das gelingen kann, erklärt Gartengestalterin Cathrin Petrik aus Oberwiera.

Reiche Ernte, buntes Laub, kräftige Blüten, wogende Gräser: Die Pflanzenauswahl ist der Schlüssel dafür, wie sich der Garten dieser Tage präsentiert. Schließlich gibt es reichlich Arten und Sorten, die erst jetzt zu Hochform auflaufen oder aber einen derartig langen Atem haben, dass sie den Garten immer noch bereichern. „Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Gartensaison mit dem Sommer endet“, bringt es dann auch Cathrin Petrik auf den Punkt. Die Gartengestalterin aus Oberwiera ist mit ihrem Betrieb Mitglied der Gärtner von Eden und auf Planung, Anlage und Pflege individueller privater Gärten spezialisiert. Dabei versucht sie immer Gärten zu kreieren, die ihren Besitzern möglichst rund ums Jahr Freude machen. „Wir wollen Gartenbesitzer für die Wandelbarkeit der Natur begeistern“, so die Expertin. „Ein gut geplanter Garten ist dann wie ein Bild, das sich immer wieder verändert, und jede dieser Veränderungen bringt ihre ganz eigene Form von Schönheit hervor.“

Herbstliche Blickfänge
Im Herbst wird das natürlich besonders augenfällig beim Laub von Bäumen und Sträuchern: Arten, die nach dem Grün und bevor es ans Laubfegen geht, ihre Blätter noch in sonnigem Gelb, sattem Orange oder leuchtendem Rot präsentieren, bedeuten eine echte Bereicherung fürs Gartenbild. Ebenso Gräser: Sie sind ein idealer Spielgefährte für den Herbstwind, weil sich ihre Halme und Blütenstände so wunderbar geschmeidig biegen und sie mit ihren filigranen Strukturen den Garten um ganz eigene Aspekte bereichern. Im Zusammenspiel mit spätblühenden Stauden wie Astern oder Herbst-Anemonen lassen sie zudem charakterstarke Gartenbilder erstehen.

Unverzichtbar für einen durchdacht bepflanzten Garten sind Immergrüne: „Im Frühling und Sommer halten sie sich eher im Hintergrund“, beschreibt Cathrin Petrik. „In der kalten Jahreshälfte übernehmen sie dann aber eine Hauptrolle im Garten, sorgen dafür, dass der Garten auch im Winter Struktur hat und das Auge das ganze Jahr über lebendiges Grün sieht.“

Jetzt den nächsten Herbst pflanzen
Angesichts des Füllhorns, das Mutter Natur auch für die späte Zeit im Jahr bereithält, sollten all diejenigen, die im Oktober und November beim Blick in den Garten nur noch braune Trostlosigkeit sehen, ihre Pflanzenauswahl unbedingt überdenken. „Der Aufwand lohnt“, appelliert auch Gartenprofi. „Ein Garten ist einfach eine zu große Bereicherung des Lebens, als dass man ihn ein halbes Jahr brachliegen lassen sollte.“ Und die gute Nachricht lautet: Besteht in Sachen Herbststimmung im Garten Nachholbedarf, ist jetzt der beste Zeitpunkt dafür, aktiv zu werden. Zum einen, weil man sich bei einem Sonntagsspaziergang überall inspirieren lassen und überall live und in Farbe sehen kann, welche Pflanzen die schönsten Herbstbilder in die Gärten zaubern. Zum anderen ist der Herbst für die meisten Pflanzen die ideale Pflanzzeit. „Gerade Gehölze können am besten ab dem Spätherbst gepflanzt werden. Denn wenn die Vegetationsperiode abgeschlossen ist, sie also ihre Blätter verloren haben, können sie ihre ganze Kraft in die Wurzelbildung stecken, bis zum Frühling schon einmal gut durchwurzeln und sich an ihrem neuen Standort etablieren, so dass sie beim Start in die nächste Gartensaison sofort voll im Saft stehen.“

Allerdings gilt auch bei Herbstpflanzungen wie immer beim Pflanzenkauf: Pflanzenwissen tut not, um Arten und Sorten auszuwählen, die sowohl untereinander harmonieren als auch am vorgesehenen Standort gut zurechtkommen. Und wer gezielt Herbstbilder pflanzen möchte, muss natürlich wissen, welche Vertreter in dieser Jahreszeit zu Hochform auflaufen. Doch damit gerüstet, kann es dann heißen: nicht resignieren, wenn der Garten diesen Herbst eher traurig als traumhaft ist, sondern die Weichen dafür stellen, dass die Natur im kommenden Oktober rund um die eigene Terrasse ihr herbstliches Feuerwerk abbrennen kann.

Bei Abdruck bitten wir um einen Beleg.